Auf zur 2. Balkantour- Teil 1 

 

 

 

 

24.08 Sarajevo

25.08 Zabljak

26.08 Gusinje

27.08 Gusinje

28.08 Bushat

29.08 Bushat

 

 

30.08 Valbona

31.08 Prevalle

01.09 Galicnik

02.09 Ljubaniste

03.09 Germenj

04.09 Kavaje

 

05.09 Njegusi

06.09 Omis

07.09 Otocec

 

 

 

 

 

 

 

Goslar/D - Wasserburg a. Inn/D - Prien a. Chiemsee/D - Waidach/A - Werfen/A - Bled/SLO - Otocec/SLO - Bihac/BIH - Jaice/BIH - Sarajevo/BIH

 

 

18.08.2010

 

Erster Tag

 

D: Wasserburg a.Inn – Prien a. Chiemsee

 

Um 8.10 Uhr starten wir von Goslar. Unser Ziel ist der „wilde Balkan“. Dazu müssen erstmal etliche km geschrubbt werden. Wieder fahren wir über den Osten (A9) in den Süden und legen unseren ersten Tankstopp in Zorneding ein. Von dort geht es weiter nach Wasserburg a. Inn. Unser heutiges Ziel ist Prien a. Chiemsee. In Wasserburg machen wir einen kleinen Stadtrundgang und genehmigen uns im Café Etage einen Zwetschgendatschi und Cappucino. Es ist zwar warm, beginnt aber leicht zu regnen und so setzen wir unsere Reise fort und kommen gegen halbsechs am Panorama-Camping Harras in Prien an. Schnell nehmen wir die Räder vom Träger und machen eine Radtour ins Zentrum von Prien.

 

                 

                                

 

Tkm: 675 km

Ü: 25,10 €

 

 

19.08.2010

 

Zweiter Tag

 

D: Prien a. Chiemsee --> A: Adnet/Waidach – Werfen --> SLO: Bled

 

Heute kommen wir erst „spät“ – 10.15 Uhr – aus den Startlöchern und es geht weiter in Richtung österreichische Grenze. Da in Österreich Mautgebühren erhoben werden, holen wir an der Tankstelle ein Pickerl. Schon wenige km hinter Salzburg verlassen wir die Autobahn und fahren nach Adnet/Waidach. Mit diesem Ort verbinden sich Kindheitserinnerungen und bei einem Rundgang durch den Ort kaufen wir im Laden der Käserei Pötzelsberger einige Stücke leckeren Käse.

 

                            

                                 

Die nächste Pause machen wir in Werfen, unterhalb der Eisriesenwelt und genehmigen uns 2 große Braune, bevor es weiter in Richtung Katschbergtunnel geht. Wir fahren anschließend nicht durch den Karawankentunnel, sondern überqueren den steilen Wurzenpass in Richtung Slowenien und gelangen auf kleinen, zum Teil unbefestigten Straßen durch den „Trigoslavski Narodin“ nach Bled, wo wir auf dem CP die Nacht verbringen wollen. Die unmittelbare Nähe zum See erklärt die hohe Besucherdichte auf dem Platz. Ankunft 17.30 Uhr.

 

                                    

 

                                    

          

Auch hier beschließen wir den Tag mit einer Radtour, die uns am See entlang nach Bled führt.

 

 

Tkm: 315

Ü: 26  €

 

 

20.08.2010

 

Dritter Tag

 

SLO: Bled – Bohinsko Jezero – Nove Mesto - Otocec

 

Wie gestern, brechen wir gegen halbelf auf und fahren zunächst zum etwas weiter oben im Tal gelegenen Bohinsko Jezero, der große Bruder vom Bleder See, aber etwas ruhiger und verträumter.

 

                           

 

Hier gibt es einen CP, der eher unseren Vorstellungen entsprochen hätte. Nach einem kleinen Spaziergang gelangen wir über den Bohinj Sedlo an Ljubljana vorbei und fahren weiter bis Nove Mesto. Hier spazieren wir durch den beschaulichen Ortskern, wo wir noch eine musikalische Jazzprobe erleben können und anschließend bei Espresso im Straßencafé das Treiben verfolgen. Bevor wir zu unserer letzten Tagesetappe aufbrechen, erledigen wir noch den nötigen Einkauf. Gegen halbsechs kommen wir am Grad Otocec auf einem kleinen CP direkt am Fluss an. Nachdem wir uns eingerichtet haben, schwingen wir uns auf unsere Drahtesel und radeln an der Krka entlang in das nächste Dorf, wo wir in einem Restaurant mit Blick über den Fluss unser Abendessen genießen.

 

                           

 

Tkm: 209

Ü: 21 €

Essen: 27 €

 

 

21.08.2010

 

Vierter Tag

 

SLO: Otocec – Kostanjevica na Krki --> HR: Karlovac --> BIH: Velika Kladusa - Bihac

 

Wir starten um elf und wollen das slowenische „Klein-Venedig“ Kostanjevica na Krki besuchen. Los ist hier fast nichts, aber die Sonne brennt vom Himmel und nach unserem Rundgang genehmigen wir uns ein kühles Bier im Schatten eines Restaurants. Die Meinung des Reiseführers über das „malerische Ortsbild“ können wir nicht ganz teilen, aber immerhin keine Touristenmassen.

 

                              

 

Weiter geht es nun wieder gen Westen, bei Medlika, wo wir noch einen Tankstopp einlegen, überqueren wir die Grenze nach Kroatien. Am Ortsende von Karlovac halten wir an einem Freiluft-Heimat-Kriegsmuseum, wo diverse Militärobjekte ausgestellt sind.

                 

Nachdem wir Bosnien-Herzegowina erreicht haben, legen wir einen Bankstopp in Velika Kladusa ein und beobachten einen fröhlichen Hochzeitskonvoi, der hupend durch die Stadt fährt.

 

Nach der Ortsumfahrung von Bihac steuern wir den dortigen CP „Orlanj“. Es sind nur noch 4 weitere Camper auf dem großen Platz. Heute ist es schon spät, das Hotel ist uns zu pompös,

                

das Stadtzentrum zu weit entfernt und so gibt es Nudelpfanne hausgemacht.

 

                                            

 

Tkm: 242

Ü: 36 KM

 

                         Die Route  1

 

22.08.2010

 

Fünfter Tag

 

BIH: Bihac - Jaice

 

Wir folgen dem Lauf der Una durch ihre malerische Schlucht und erreichen Bosanska Krupa, wo wir zunächst die Burgruine erklimmen, das Kirchentrio bestaunen und später bei Espresso wieder mal ein wenig unsere „Sozialstudien“ betreiben. Danach geht es auf geschotterten Straßen über den Risovac-Pass. Kurz vor Kljuc gelangen wir wieder auf die Hauptstraße und legen dort einen Stopp ein, um den Staub herunter zu spülen.

 

              

 

In Jaice schauen wir uns den Pliva Slap und die Altstadt an, aufatmen ist angesagt, denn die Wärme lässt ein bisschen nach. Ein paar km zurück hatten wir einen CP in der Nähe der Wassermühlen ausgemacht, zu dem wir uns nun aufmachen. Obwohl der Tag so heiß gewesen war, hat es sich am Abend merklich abgekühlt. Beim Abendessen im CP-Restaurant kommt es aufgrund sprachlicher Verwicklungen zu einem „Supergau“, die Vorspeise – Plata Katakombe – besteht nämlich aus einem kompletten Grillteller plus Pommes, die Forelle als Hauptgericht hat da einen schweren Stand.

 

Zu späterer Stunde gesellt sich neben einem Kolibrifalter noch ein Riesenfalter zu uns.

 

             

 

Tkm: 197

Ü: 16,50 €

Essen: 65 KM

 

 

23.08.2010 

 

Sechster Tag

 

BIH: Jaijce - Travnik - Sarajevo

 

Bevor wir weiterfahren, schauen wir uns noch die alten Wassermühlen an, von denen laut Reiseführer noch einige in Betrieb sein sollen, das können wir aber nicht bestätigen.

 

 

Am Ortsausgang von Jaice steht eine Fabrik, Elektrobosna. Was genau dort  produziert wird, wissen wir nicht, wir sehen bloß die Rauchwolken über dem Werk aufsteigen.

 

Um nach Sarajevo, unserem heutigen Tagesziel, zu gelangen, müssen wir zuerst nach Travnik. Die Strecke abkürzend, fahren wir über den 1179 m hohen Karaula-Pass, Schotterpiste pur, aber ohne Hindernisse. Am Pass angekommen, genießen wir die famose Aussicht. Da es hier oben noch einige Häuser gibt und die Bewohner auf ihren kleinen Feldern Heu machen, halten wir und erkundigen uns nach dem Weg. Bevor wir nach Turbe gelangen, wird der Weg deutlich schlechter, und wir sind froh, dass es bergab geht. Hier wären wir ansonsten gescheitert. Im Ort halten wir neben dem Dorfbach und spülen den Staub grob mit unserem Falteimer vom Auto und den Fahrrädern ab. Plötzlich nähert sich ein älterer Herr von seinem Hof und wir denken, dass er mit uns schimpfen wird, doch bedeutet er uns, die Hände nicht im Bach zu waschen, sondern lädt uns ein, dies im Waschbecken an seinem Haus zu tun, da das Bachwasser nicht sauber sei. Wir bedanken uns und er freut sich, Touristen geholfen zu haben.

 

             

 

Vom Reiseführer wissen wir, dass es in Travnik eine bekannte Quelle geben soll. Am Austritt der Quelle gibt es eine Fischzucht, Souvenirläden und ein Cafe. Hier, wo das Wasser vorbeirauscht, ist es angenehm kühl, und wir gönnen uns Espresso gleich neben dem im Wiener Stil gestalteten ehemaligen Kaffeehaus.

 

                    

 

In Kaonik biegen wir auf eine Nebenstraße ab und gelangen über Kiseljak nach Sarajevo, in das wir von Südwesten her einfahren. Wir hatten gelesen, dass mitten in der Stadt ein CP liegen soll. Wir finden das Vermittlungsbüro, jedoch keinen Parkplatz. Bei der nächsten Runde entdecken wir ein „Parkhaus“, in das uns der Wächter erst nicht hineinlassen möchte. Nachdem er noch einmal Maß genommen hat, weist er uns in Millimeterarbeit dann doch in unseren Platz ein.

 

Beim CP-Büro treffen wir auf einen Bosnier, der sehr gut deutsch spricht und dies, nach seinen Angaben nur durch Schule und Fernsehen gelernt hat. Er ruft jemanden an, der uns zum Platz vorausfahren wird. Es geht durch enge Gassen und steil bergauf. Der „CP“ ist ein Gartengrundstück in Schräglage mit schmaler Toreinfahrt, doch auch hier werden wir von Ismet, dem Besitzer, perfekt eingewiesen. Außer uns sind fast nur junge Leute mit Zelten auf dem Platz. Mit zwei jungen Polen kommen wir gleich ins Gespräch.

 

           

 

Als die Hitze sich gegen Abend etwas gelegt hat, erhalten wir von Ismet einen kleinen Zettel:  R-L-R-second-L als Wegbeschreibung. Beim Runtergehen läuft alles glatt und wir tauchen ins Gewirr der Fußgängerzone ein. Es ist Ramadan und das Fastenbrechen wird gegen acht Uhr mit einem Kanonenschlag begonnen. In einem kleinen Park ist eine "Essensmeile" aufgebaut und da wir hungrig sind, geniessen wir orientalische Köstlichkeiten zu günstigen Preisen. Für musikalische Unterhaltung sorgt eine Band mit Chorbegleitung.

 

                            

 

             

 

Um noch ein wenig den Staub des Tages herunter zu spülen, setzen wir uns in einer der schmalen Gassen vor eine gut besuchte Bar und genehmigen uns ein paar Pivo und Grappe.

 

Wie nicht anders zu erwarten, verirren wir uns auf dem Heimweg. Der Code von vorhin funktioniert leider nicht rückwärts. Aber dank Chrissi und dem Stadtplan schaffen wir es mit „kleinem“ Umweg die steilen, steilen Gassen wieder hinauf. 2 italienische Familien mit fünf Kindern haben sich noch neben uns eingerichtet. Jetzt ist der Platz voll.

 

Wir sitzen noch eine ganze Weile vor dem Haus, Ismet gesellt sich zu uns und erzählt vom Krieg, von der Politik und vom Leben in Sarajevo.

 

Tkm; 155

Ü: 15 €

 

 

24.08.2010

 

Siebter Tag

 

BIH: Sarajevo

 

Wir schlagen das erste Mal die Augen auf, als wir den Ruf des Muezzins hören. Da es noch dunkel ist, lauschen wir nur kurz, schlafen aber gleich wieder ein.

 

Beim ersten Toilettengang falle ich beinahe über eine Gestalt, die, in einen Schlafsack gehüllt, vor der Tür liegt. Hier wird jeder Schlafplatz genutzt.

 

Zum Glück verschont uns die Sonne noch ein wenig und versteckt sich hinter dem Berg, so dass wir im Schatten frühstücken können. Schon bald machen wir uns auf den Weg ins Zentrum, um die Sehenswürdigkeiten von Sarajevos Altstadt zu entdecken. Moscheen, Kirchen und Synagogen eng beieinander. Wir passieren das Hammam, durchstöbern den Basar und den Markt, viel Geschichte, viele Menschen. Wir beobachten, wie „freie“ Händler hastig ihre Waren zusammenraffen und hinter der nächsten Straßenecke verschwinden, als die Polizei naht. Wir besuchen die Hauptpost mit einem überdimensionalen Schreibtisch, besorgen uns Postkarten, schreiben diese im Schatten am Ufer der Miljacka - nicht gerade das sauberste Flüsschen - und bewundern das real existierende Straßenbahnmuseum. Die Stadt scheint zu glühen. In einer schattigen Gasse stillen wir unseren Durst und Hunger und sehen dem Treiben weiter zu. Der Hof der großen Moschee ist gut besucht. Frauen links, Männer rechts, es wird gebetet. Wir beobachten einen Muslim, der sich ausgiebig Kopf, Hände und Füße wäscht.

 

                    

 

             

 

Am späten Nachmittag schleppen wir uns wieder den Berg hinauf und genießen den Rest des Tages auf dem Hof von Ismet. Ismets Vater, der jahrelang bei Opel in Rüsselsheim gearbeitet hat, besucht seinen Sohn und Ismet stellt ihn uns vor. Er ist schon seit einigen Jahren im Ruhestand und erzählt uns ein wenig aus seiner Zeit in Deutschland.

 

Später unterhalten wir uns mit Max und Marius aus Berlin, die gerade vom Trompetenfestival in Guca/Serbien kommen. Sie berichten von ihren Erfahrungen mit dem "Couch-Surfing". Leider geht es einem der beiden schlecht, er leidet schon seit Tagen an Durchfall. Eigentlich wollte er seine Freundin in Georgien besuchen, beschließt nun aber, am nächsten Tag mit dem Bus nach zu Hause zu fahren. Es kommen noch mehr Leute zum Plaudern vorbei und der Abend endet nach einigen Bieren und dem Austausch von Reiseerlebnissen.

 

Tkm: 0

Ü: 15 €

 

                                                                              Zweiter Teil: BIH-MNE-AL-KS            Startseite 2010

 

Übernachtungen

18.08 Prien

19.08 Bled

20.08 Otocec

21.08 Bihac

22.08 Jaice

23.08 Sarajevo