Auf zur 2. Balkantour- Teil 2

 

 

Sarajevo/BIH - Durmitor/MNE - Gusinje/MNE - Vermosh/AL - Bushat/AL - Valbona/AL - Prizren/KS

 

 

25.08.2010

 

Achter Tag 

 

BIH: Sarajevo – Foca --> MNE: Zabljak

 

Am folgenden Tag verabschieden wir uns von unseren jungen Freunden, wünschen ihnen eine gute Heimfahrt und schon geht es los in Richtung Grenze zu Montenegro. Was wir bisher noch gar nicht hatten, war der Kontakt zur örtlichen Polizei. Auf der Strecke nach Foca geraten wir in eine Kontrolle und die Beiden machen auf „police academy“, mit Sonnenbrille und dem ganzen Gehabe. Sie versuchen uns klar zu machen, dass wir zu schnell gefahren seien. Sie faseln was von Banka, doch wir verstehen nur Bahnhof, stellen uns dumm und fragen nach „Wieviel Euro?“. Sie haben dann ein Einsehen und lassen uns weiterfahren. Was wir da nicht wussten, ist, dass man zur nächsten Bank muss, um dort das Knöllchen zu begleichen. Schwein gehabt, obwohl das ganze sehr getürkt wirkte.

Die Strecke ist schön und wir erreichen Foca, fahren direkt zur Grenze, haben aber vorher noch unseren Kaffee in dem Restaurant, das wir schon im letzten Jahr besucht hatten.

 

         

 

Die Grenzformalitäten sind schnell erledigt und wir sind in MNE.

Nun folgen wir dem Lauf der Piva und gelangen zum Stausee. Wir steigen aus und wollen vom Damm aus einige Bilder machen. Bis zur Mitte schaffen wir es, bevor ein Aufseher sich uns nähert und er uns zu verstehen gibt, dass das Betreten nicht gestattet ist.

 

          

 

Also geht`s weiter am Stausee entlang, wunderbar blaues, zuweilen grünes Wasser erstreckt sich vor uns und es dauert nicht lang, bis wir den Abzweig ins Durmitor erreichen. Wir biegen links ab, durchqueren den Tunnel und die Strasse schraubt sich in Serpentinen in die Berge.

Bestens asphaltiert führt nun der Weg durch den Nationalpark, wir halten an verschiedenen Stellen, um ein paar Fotos zu schießen und die Ausblicke in die unberührte Natur zu genießen.

 

                

 

Ein Wohnmobil mit NL- Kennzeichen fährt mal vor, mal hinter uns, wir werden sie später noch treffen. Als wir in Zabljak einfahren und den CP suchen, werden wir von einem Wagen verfolgt, schließlich überholt und angehalten. Der Beifahrer spricht uns an und schlägt vor, auf seinen CP mitzukommen, da dieser der beste im Ort sei. Wir sind ein wenig vorsichtig, ob dieser Wegelagerei, aber schlussendlich folgen wir ihm. Auf dem Weg zum Platz kommen uns die Holländer entgegen, die der CP-Inhaber ebenfalls anhält. So fahren wir im Konvoi und landen auf seinem Platz.

 

           

 

Mit dem „Paar Hollandaise(Paul und Marian)“ kommen wir ins Gespräch und erfahren, dass sie schon längere Zeit unterwegs sind und Reisereportagen verfassen.

Der CP, als Familienunternehmen geführt, lässt kaum Wünsche offen. Zu später Stunde, nachdem wir zum Cerno jezero gewandert sind und erschöpft zurückkehren, gibt  es montenegrinische Hausmannskost einschl. Wein (ohne Zusatzstoffe) und Slivovitz. Beim Essen lernen wir Katja und Reimo kennen. Beide sind aus Berlin, haben sich ein Auto in Dubrovnik gemietet und sind jetzt in Montenegro unterwegs. Wir essen, trinken und erzählen, und fallen dann irgendwann in unsere Betten.

 

Tkm: 194

Ü:   8€

                                       Die Route 2

 

26.08.2010

 

Neunter Tag 

 

MNE: Zabljak – Tara Canjon – Biogradska – Mojkovac – Kolasin – Gusinje

 

Unser Ziel, Albanien, rückt näher. Nachdem wir die Rechnung beglichen haben, machen wir uns auf den Weg zur Tara- Schlucht. An der Brücke über die Schlucht, legen wir unseren ersten Stopp ein und überqueren zu Fuß das Tal bis zum Startpunkt der Bungee-Springer. Voller Unverständnis darüber, dass sich Menschen dies freiwillig antun, um von hier an einem Gummiseil in die Tiefe zu springen, kehren wir zum Wagen zurück.

Wir kommen zum Biogradska Jezero und machen eine Wanderung um den See, sind beeindruckt von der Urtümlichkeit und treffen erneut auf unsere holländischen Freunde, die hier auf Bekannte warten.

 

            

 

In Mojkovac erledigen wir unseren Einkauf und haben im Cafe nebenan noch einen Espresso. In Kolasin bestaunen wir das im sozialistischen Stil errichtete Rathaus und das Freiheitsdenkmal.

Wieder geht es über einen Pass nach Andrijevica, die Strasse schmal, aber gut zu fahren.

Wir hatten gehört, dass es in Plav einen CP geben soll, doch beim Eintreffen im Ort, scheint dies der Schnee von gestern zu sein. So fahren wir nach kurzer Ortsdurchquerung weiter in Richtung albanische Grenze. In Gusinje, so hatten wir aus dem Reiseführer entnommen, liegen die Ali Pascha Quellen. Denen wollen wir einen Besuch abstatten!

 

           

 

Hier, so hatten uns die Holländer angekündigt, soll es einen Platz für eine Übernachtung geben. Gleich neben den Quellen liegt das Restaurant „Krojet“ und wir sehen zu, ob wir hier noch etwas zu Essen bekommen. Als wir am Tisch Platz nehmen, kommt zunächst der Kellner und fragt uns auf albanisch, was wir essen möchten. D.h. wir verstehen nicht wirklich, aber er bringt uns die Karte und es dauert nicht lang, bis die Köchin erscheint - sie ist die Inhaberin. In bestem Deutsch sagt sie uns, was wir zu essen bekommen können. Nach dem ersten kühlen Bier wählen wir aus (Forelle oder Wurstsalat) und sind begeistert, was die Chefin für uns gezaubert hat. Natürlich folgt eine lange Unterhaltung, an der auch ihr Cousin teilnimmt, der in Amerika lebt und gerade seinen Urlaub hier verbringt.

Wir sind dankbar, dass wir unseren Wagen auf dem Grundstück hinter dem Haus abstellen können, Toilettenbenutzung ist eingeschlossen.

Hale, so hören wir, hat über 10 Jahre in Süddeutschland gelebt, kam vor einiger Zeit zurück und machte unter widrigen lokalpolitischen Umständen ihr Restaurant auf. Mittlerweile, erzählt sie, haben sich die „Behörden“ daran gewöhnt, dass eine Frau den Laden führt.        

    

Als der Abend sich dem Ende nähert, schlägt sie uns vor, dass wir mit ihr und ihrem Cousin am folgenden Tag zum Augensee und Wasserfall nach Vusanje fahren können. Wir freuen uns auf den Ausflug und kriechen zufrieden in unseren Bus. Die Nacht ist ordentlich kühl und am kommenden Morgen ziehen Nebelschwaden die Berge hoch.

 

Tkm: 187

Ü: ?

 

 

27.08.2010

 

Zehnter Tag 

 

MNE: Gusinje – Vusanje – Gusinje

 

Ich stehe früh auf und es sind gerade mal 8 Grad. Als ich die Schwaden ziehen sehe, mache ich Fotos von der näheren Umgebung. Diese Stille - bis auf das Rauschen der Quelle und ein paar bellende Hunde.

Es dauert nicht lang, bis auch Chrissi aus dem Wagen kriecht.

Nach einer Weile erscheint Hale und ohne Frühstück geht es los. Wir fahren mit ihrem Wagen bis nach Vusanje. Sie hält auf einem größeren Platz und wir laufen die paar Meter bis zum Wasserfall. Gleich neben dem Wasserfall packt gerade ein Pärchen seine Ausrüstung zusammen, sie hatten die Nacht über hier gezeltet und brechen dann mit ihren Fahrrädern auf.

Hale mahnt uns zur Vorsicht, denn wer hier in den Schlund des Wasserfalls gerät, kommt nach ca. 4 Wochen am anderen Ende Wasserlaufs erst wieder ans Tageslicht.

 

                  

 

Nach einiger Zeit gehen wir zum Auto zurück. Sie verschwindet dann kurz in einem Haus und kehrt mit ihrem Cousin zurück. Wir fahren jetzt mit seinem Wagen, einem amerikanischen Allradler, weiter talaufwärts. Langsam geht es über Stock und Stein bis wir die richtige „Parklücke“ finden.

 

                                         

   

Von jetzt an geht es auf einem Schleichweg zum „Augensee“. Als wir ankommen, ist die Sonne noch hinter den Bergen, doch als sie aufsteigt, kann man es erkennen: Wie aus einem blauen Auge strömt hier das Wasser aus einer unterirdischen Quelle. Ohne ihre Führung hätten wir den See wahrscheinlich nicht gefunden… Auf dem Rückweg kommen wir noch auf der Rückseite des Wasserfalls vorbei und sehen in der Nähe die älteste Wassermühle des Tales.

 

             

   

Zurück im „Krojet“, bereitet uns Hale ein typisches Mittagessen, bestehend aus Maisbrot, Paprika mit Rahm und Schafskäse mit Essig und Öl, dazu gibt es noch “alten“ Rahm.

Wir sind erstmal geschafft.

 

                                     

 

Am Nachmittag nimmt sich Chrissi eine Auszeit und ich spaziere trotz der Hitze nach Gusinje, schaue mich im Ort um und mache Fotos. Die Menschen sind freundlich und fast alle grüßen mich. Mirdita!

 

                    

 

Am Abend werden wir wieder kulinarisch verwöhnt, es gibt Roastbeef, vom Feinsten (ne vom Rind).

Dazu Wein und Bier und natürlich Raki. Bis spät in die Nacht reden wir über „Gott und die Welt“ und Nedjat, der Kellner, ist immer bereit, uns mit Getränken zu versorgen.

 

Tkm: 0

Ü:?

 

 

28.08.2010

 

Elfter Tag 

 

MNE: Gusinje --> AL: Vermosh Tal - Tamare - Koplik - Shkoder - Barbullush

 

Wir kommen erst spät los, nachdem wir zum Abschied von Hale und ihrer Familie mit einigen Nescafé versorgt wurden. Bis zur albanischen Grenze ist die Straße asphaltiert und wir wissen noch nicht genau, was vor uns liegt. Es sollen ca. 50 km Buckelpiste bis zur nächsten größeren Ortschaft sein. Der Grenzübertritt geschieht zügig und der Weg ist auf den nächsten km geschottert, aber gut befahrbar. Wir erreichen eine Baustelle und da wir die Ausschilderung nach Skhoder nicht sehen, halten wir und erkundigen uns bei den Bauarbeitern nach dem richtigen Weg. Wir sind nur wenige Meter zu weit gefahren, drehen auf der engen Piste und erkennen den Wegweiser.   

         

Von nun an geht es häufig nur im ersten Gang über die Buckelpiste. Teilweise im Schritttempo schlängeln wir uns die Berge hoch (albanische Alpen). Als wir uns der ersten Siedlung nähern, sehen wir, wie ein Junge aus einem Haus herausschaut und an die „Strasse“ gerannt kommt. Zum Glück haben wir eine Handvoll Bonbons parat. Er freut sich über die Kleinigkeit und winkt uns hinterher. Von der Landschaft fasziniert, bleibt jedoch wenig Zeit, dies während der Fahrt zu genießen.

 

         

 

 

          

   

Immer wieder halten wir und machen Fotos, die jedoch nur eingeschränkt die Schönheit dieser Gegend wiedergeben können. Ein Paar aus Wien kommt uns auf einer BMW entgegen. Wir tauschen kurz Informationen und schon fahren wir weiter. Die Hitze steht im Tal, aber als wir an einer Stelle wieder anhalten, fährt ein „Furgon“ zügig an uns vorbei, bleibt aber ein paar Meter weiter stehen. Der Fahrer schaut aus dem Fenster und fragt „Problem?“. Eine nette Geste und wir geben ihm zu verstehen, dass alles in Ordnung ist.

 

         

 

 

       

    

….Wir erreichen Tamare, der erste größere Ort, genehmigen uns etwas Kaltes und beobachten eine Weile das Treiben an der „Hauptstraße“.

 

        

 

Es soll noch ein Pass kommen, für uns bis dato nicht vorstellbar. Als wir dann um eine der zahlreichen Kurven biegen, erkennen wir die Auffahrt. In Serpentinen führt die Piste nach oben und es macht sich eine Ebene auf. Eher unspektakulär zieht sich die Strecke weiter und geht irgendwann in Asphalt über.

 

                                    

 

Bei Hani i Hotit gelangen wir auf die Hauptstrasse nach Shkoder. In Koplik entschließen wir uns, den Wagen an einem „Lavazh“ abzuspülen.

 

                                

  

 

Der Staub ist durch alle Ritzen gekrochen, aber, als wir aus Koplik heraus sind, merken wir schnell, dass die Reinigung vergeblich war, die Strasse wird erneuert und ist auch nicht viel besser als das, was hinter uns liegt.

Gegen halb sieben, kommen wir am CP in Barbullush an. Auto parken und erstmal den inneren, mit kühlem Bier, dann den äußeren Staub unter der Dusche abspülen. Ganze acht Stunden haben für die Strecke benötigt, aber die Eindrücke sind gewaltig.

 

Tkm: 129

Ü: 12,50€

                                            Die Route 3

 

29.08.2010

 

Zwölfter Tag 

 

AL: Barbullush

 

Es ist windig, der Himmel trüb. Nach dem Frühstück machen wir uns mit den Rädern auf den Weg und erkunden die Umgebung. Da Sonntag ist, kommen gerade einige Frauen in Landestracht aus der Kirche.

 

          

 

Gemächlich radeln wir durch den Ort und weiter auf eine Hügelkette zu. Bunkeranlagen, die in den Berg getrieben wurden, reihen sich aneinander. Sie werden jetzt von den Bauern der Gegend als Ställe oder Lager genutzt. Den Kanal, der sich längs unseres Weges schlängelt, überqueren wir auf einem Holzsteg. Vor uns erstreckt sich eine breit ausgebaute lange gerade Piste. Diese mündet in eine mit einem großen Tor versperrte Kaserne. Als wir auf das Tor zufahren, steigt ein junger Mann aus seinem Auto und kommt auf uns zu. Er spricht ein wenig Englisch und er erklärt uns, dass er hier Wache schiebt und dass das Fotografieren verboten ist!

Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wissen, ist, dass die Piste als Zufahrt zu einer nahe gelegenen Rollbahn diente. 

  

             

  

Auf dem Rückweg verfahren wir uns, es geht zum Teil durch unwegsames Gelände, aber nach einer Weile erreichen wir die Straße nach Barbullush. Dort halten wir am Mittag vor einem gut besuchten Lokal, um einen albanischen „Espresso“ zu genießen. Es dauert nicht lange und schon setzt sich Robert, der Österreicher, der hier in der Nähe an einem Kraftwerk mitbaut, zu uns an den Tisch. Nach dem Espresso folgt die Suppe (die heutige Tagessuppe ?) mit viel Fleisch, sehr lecker, und Bier.

Mit Robert tauschen wir Erfahrungen aus, er lebt schon seit einiger Zeit hier und ist bekannt, wie ein „bunter Hund“. Als wir am Nachmittag zum CP zurückkehren, hat sich die ganze Hühnerschar unter unserem Wagen in den Schatten verkrochen. Neugierig wie sie sind, lassen sie sich auch durch unsere Anwesenheit nicht stören, sondern warten geduldig auf ihre Fütterung mit Brotresten.

Als die Dämmerung langsam  herein bricht, gesellt sich ein alleinreisender älterer Augsburger zu uns. Wir unterhalten uns und tauschen Reiserlebnisse aus. Beachtlich, dass er mit seinen 70 Lenzen solche Touren unternimmt. Nach herzhaftem Abendessen im Restaurant am CP fallen wir müde in unsere Koje.

 

Tkm: 20 (mit dem Fahrrad)

Ü: 12,50€

 

 

30.08.2010

 

Dreizehnter Tag 

 

AL: Barbullush – Puka – Fushe-Arrez – Fierza – Bajram Curri - Valbona

 

Noch bevor wir starten, tauschen wir mit dem Augsburger unsere Reiseziele aus. Er will in den Süden, nach Griechenland, wir fahren ins Valbona-Tal. Über Puka erreichen wir Fushe-Arrez, wo wir unsere erste Kaffeepause einlegen. Der Ort wirkt nicht sehr einladend, doch es gibt guten Espresso. An dem „sozialistischen“ Wohnblock, gegenüber dem Café, reiht sich eine Sat-Schüssel an die andere.

 

        

 

 

         

  

         

   

Da wir noch einige km vor uns haben, machen wir uns bald wieder auf die Socken. Den Abzweig nach Fierza verpassen wir erstmal. In Lajthiza erkennen wir, dass wir zu weit gefahren sind, drehen um und sehen dann den Wegweiser nach Bajram Curri. In endlosen Kurven schraubt sich bald die Straße oberhalb des Drin-Stausees entlang. Plötzlich kommen uns zwei deutsche Offroader aus Erding und Dachau entgegen. Wir halten kurz und sie erzählen, dass sie auf dem Rückweg von Griechenland noch eine kleine Rundfahrt mit der Fähre am Koman-Stausee eingelegt haben, bevor es nach Hause geht.

   

         

 

Immer wieder können wir die Aussicht auf die Ausläufer des Stausees genießen. Es lässt sich erahnen, welches Ausmaß der See haben muss. Bei einem Fotostopp hält neben uns ein Paar mit seinem Sohn. Sie kommen aus Tirana und wollen ein paar Tage Urlaub im Valbona-Tal verbringen. Nachdem wir schon wieder eine Weile unterwegs sind, überholt uns ein Furgon, um dann in 200-300 m Entfernung vor uns am Straßenrand anzuhalten. Leute steigen aus und bepackt mit ihren Einkäufen steigen sie ins Tal hinab zu teilweise mehrere km entfernten kleinen Dörfern.

 

Wir erreichen den Staudamm, stoppen oberhalb und sind beeindruckt. Unter uns liegt das „Umspannwerk“, das von ehemaligen Wachtürmen überragt wird. Noch einmal biegen wir falsch ab, in der Hoffnung nach Fierza zu gelangen, stellen aber schnell fest, dass die steile Schotterpiste nicht der richtige Weg sein kann. Also, zurück zur Hauptstraße, unterhalb des Staudammes fahren wir über eine Brücke und nach wenigen Kurven sehen wir den Anleger der Koman-Fähre. Die Straße ist in einem sehr guten Zustand, wir kommen gut voran und gelangen an die Stadtgrenze von Bajram Curri.

 

          

 

 

   

                           

 

                         

 

Wir fahren durch den Ort und entdecken die Hauptgeschäftsstraße. Da es spät ist, setzen wir unseren Weg ins Valbona-Tal fort, um noch einen Schlafplatz zu finden. Die Straße dorthin befindet sich in der Ausbauphase, man könnte annehmen, dass hier eine Autobahn gebaut werden soll. Trotz Schotter ist ein zügiges Vorankommen möglich. In Valbona angekommen, fahren wir am zerstörten Hotel vorbei bis zum Ortsende, weil der Reiseführer dort eine Möglichkeit zum Campen angepriesen hatte. Wir werden enttäuscht und fahren einige km talabwärts bis zum Camping-Restaurant Rilindja.

 

           

     

Dort bringen wir unseren Wagen in Stellung, können Toilette und Dusche benutzen und bekommen ein ordentliches Abendessen, bestehend aus gebratener Forelle (Trofta), Kartoffeln und Salat, zu einem fairen Preis. Shuma e mire!!

 

         

 

 

                                      

    

Tkm: 205

Ü: 5 €

 

31.08.2010

 

Vierzehnter Tag

 

AL: Valbona – Bajram Curri --> KS: Djakovica – Prizren - Prevalle

 

Nachts hatte es geregnet, doch als wir aufstehen, sehen wir die Nebelschwaden, die an den uns umgebenden steilen Hängen hinaufziehen. Mit den Engländern, die nebenan die Nacht in ihrem Zelt verbracht haben, kommen wir ins Gespräch und erfahren, dass sie ins Valbona-Tal gekommen sind, um einige Wanderungen zu unternehmen. Nach einem Frühstück im Auto starten wir gegen zehn die Rückfahrt nach Bajram Curri. Da wir uns mit Proviant eindecken wollen, halten wir an der „Einkaufsmeile“ und sind überrascht, von dem Treiben was hier herrscht. Aus einem Reisebericht haben wir in Erinnerung, dass sich in einem der Hinterhöfe eine Bäckerei befinden soll. Und tatsächlich, wir finden diese und kaufen dort leckeres, frisches Brot.

 

Gegen halbeins stehen wir an der Grenze zum Kosovo und müssen eine Versicherung für unseren Wagen abschließen. Zuerst verlangt man 40 € für 2 Wochen, doch bei näherer Prüfung fällt unser Auto in die Kategorie „Wohnmobil“ und wir zahlen nur 25 €.

 

          

 

              

 

Wir befinden uns im Kosovo. Noch vor kurzer Zeit ein Fleck auf der Landkarte, der nicht unbedingt als Reiseziel taugte. Wir sind nicht die ersten, die diesem Land einen Besuch abstatten.

Wir sind angenehm überrascht. Die Entwicklung scheint hier in einem anderen Maße voranzuschreiten, als dies z.B. in Albanien der Fall ist. Wie wir gehört haben, ist die Unterstützung aus dem Ausland groß.

 

         

 

Wir fahren durch Djakovica - ein Ort mit 2 Zentren, überall werden säckeweise Paprika angeboten – und erreichen, einer langen Einfallstraße folgend, das Zentrum von Prizren. Auf der Ringstraße rund um das Zentrum drehen wir eine Runde und finden dann einen bewachten Parkplatz auf einem der zahllosen Hinterhöfe. Von dort starten wir unsere Stadterkundung. Schon am nächsten Eckgeschäft bleiben wir stehen. Hier gibt es traditionelle Kleidung und wir wollen einen Hut kaufen. Hartmut ist mittlerweile zum „Phantom der Hutmacher“ geworden und möchte einen aus dem Angebot erwerben.

Da die richtige Größe nicht vorrätig ist, wird per Handy der Chef informiert. Nach kurzer Zeit erscheint dieser und gibt uns zu verstehen, dass wir in zwei Stunden das gewünschte Modell abholen können.

 

 

      

 

Der Rundgang führt uns durch die Altstadt, vorbei an alten Gemäuern, neben denen schon Neubauten hochgezogen werden. Die Stadt verfügt über ein gewisses Flair, obwohl an einigen Stellen die Spuren des Krieges noch deutlich sichtbar sind.

 

          

 

Da Hartmut den Gürtel mittlerweile etwas enger schnallen muss (warum eigentlich?), bedient er sich der Lochzange am Stand des Schuhputzers, der wahrscheinlich gerade Pause macht. Nicht ohne vorher von einem benachbarten Geschäftsinhaber dazu ermutigt worden zu sein.

 

                      

      

 

Gegen den Hunger genehmigen wir uns ein paar Cevapi, wir kaufen Postkarten, und schreiben diese in einem modern eingerichteten Café. Anschließend liefern wir die Karten beim Postamt ab und machen uns auf den Weg zum Hutgeschäft.

 

Da die Zeit mittlerweile vorangeschritten ist, machen wir uns auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Doch lässt sich in und um die Stadt nicht wirklich etwas finden und so fahren wir in die Berge in Richtung der mazedonischen Grenze. Vor

 

           

 

Prevalle liegt das Hotel „Sharri“ an der Passstraße. Es sind nur noch 10° C und wir freuen uns auf ein kuscheliges Zimmer.

 

       

Im Restaurant sind wir fast die einzigen Gäste, kurz erscheinen ein paar amerikanische KFOR-Soldaten, die irgendetwas „regeln“ und dann wieder verschwinden. Zum Abendessen wählen wir Suppe, Nudeln und Dessert, Bier und Raki gibt es dazu. Am Nachbartisch sitzen zwei Männer, von denen der eine später noch zu erkennen gibt, dass er ein wenig deutsch spricht.

Die Nacht wird kühl unter zehn Grad und so sind wir froh darüber, dass wir uns hier einquartieren konnten.

 

Tkm: 138

Ü: 50 € incl. Frühstück

Essen: 22 € incl. Tip

                                        Dritter Teil: KS-MK-AL-MNE-HR-SLO-A-D         Startseite 2010        Erster Teil: D-A-SLO-HR-BIH