Die Route 2009

 

 

 

 

 

Erster Teil Reisebericht 2009 - D/A/SL/HR/BiH/HR

 

Erster Tag

 

 

10.06.2009 Goslar/D – Issigau/D (CP)

 

Knapp vier Wochen Urlaub liegen vor uns und diesmal wollen wir uns mehr in südöstliche Gefilde begeben. Eines unserer Ziele soll Albanien sein. Schon bevor die Reise losging, hatten wir Kontakt zu Katja, Jörg und Lena aufgenommen, sie besucht und einiges über das Land in Erfahrung gebracht. Über einen Reisebericht hatten wir sie entdeckt und wertvolle Tipps bekommen. Noch bevor es weiter in den Süden ging, trafen wir sie noch mal beim DÄRR-Meeting in der Nähe Münchens.

 

Gegen 15 Uhr und getaner Arbeit brechen wir auf. Über Bernburg, an Halle vorbei, gelangen wir nach ca. 3 h in die Nähe von Hof, wo wir in Issigau einen kleinen, verträumten CP finden.

Ehemals ein Schlösschen, die Stellplätze befinden sich im Schlosshof. Noch ist das Wetter unbeständig und der Abend kühl.

 

Tkm: 300

Ü: 16 €

 

 

 

         

 

 

 

Zweiter Tag

 

11.06.2009 Issigau/D – Edling/D (Campingwiese DÄRR)

 

Nach Frühstück im Bus (wg. Regen) starten wir gegen 11 Uhr und stehen gleich auf der Bahn eine ½ h im Stau. Langsam kommt die Sonne raus (und bleibt uns für den Rest des Tages erhalten). Gute 300 km liegen vor uns, bis wir um ca. 15 Uhr beim DÄRR-Treffen ankommen. Zum Glück haben Jörg und Katja uns ein Plätzchen freigehalten, da sich hier alles trifft, was Allrad, Sandbleche und Seilwinde hat. Nach einem Rundgang über das Gelände und der Begutachtung zahlreicher Fahrzeuge, ist es Abend geworden, die Grills werden angeworfen und jede Menge „Fernreisegarn“ gesponnen. Die Temperatur sinkt auf 10° C und spät verkriechen wir uns in unser Schlafabteil.

 

Tkm: 336

Ü: 10 €

 

 

 

 

      

 

 

 

 

 

Dritter Tag

 

12.06.2009 Edling/D – Leibnitz/A (CP)

 

In großer Runde wird ausgiebig gefrühstückt, Eva hat schon Brötchen besorgt und noch einmal gibt es Geschichten aus aller Herren Länder und Tipps für die Weiterreise. Um 12 Uhr verabschieden wir uns, fahren nach Braunau zur österreichischen Grenze und überqueren dort den Inn. Bei Wels geht es auf die Bahn, die wir nach knapp 400 km bei Leibnitz verlassen, um dort zu übernachten. Hier gibt es einen schönen CP mit Freibad.

 

Tkm: 421

Ü: 20 €

 

 

 

      

 

 

 

                               

 

 

Vierter Tag

 

13.06.2009 Leibnitz/A – Veleskovci-Gat/HR

 

Um 10 Uhr ist Aufbruch. Es ist nicht weit bis zur slowenischen Grenze. Vorbei an Maribor, gelangen wir zügig nach Kroatien.

 

 

Wir passieren Varazdin, Koprivnica, Virovitica, Slatina, Donji Miholjac und erreichen am späten Nachmittag Osijek an der Drau. Hier soll es einen CP geben, unsere Suche bleibt jedoch ergebnislos. Es ist Samstag und an der Festung ist Rummel. Wir flüchten aus der Stadt und fahren zurück, da wir unterwegs ein CP-Hinweisschild gesehen hatten. Aber auch hier Fehlanzeige, es gibt nur noch ein Restaurant mit Park. Nochmal 10 km zurück, irgendetwas war doch da und tatsächlich: Am Ende von Veleskovci-Gat winkt uns ein Schild für Agroturistik. Hinter dem recht modernen Wohnhaus erstreckt sich ein langer Garten, an dessen Ende sich einige Stellplätze mit Stromanschluss befinden. Du und WC sind im Haus, der Bau einer Sanitäranlage ist geplant.

Nach der langen Fahrt wollen wir uns noch ein wenig die Beine vertreten, gehen in Richtung Drau und biegen nach kurzem Weg ins Dorf ab, wo gerade eine Hochzeit stattfindet. Das ganze Dorf scheint in Feierstimmung, alle grüßen uns freundlich. Die Gäste strömen aus der Kirche und ein Autokonvoi setzt sich in Bewegung.

Zurück am Bus genießen wir die Ruhe und den Sonnenuntergang über den Feldern.

Nachdem wir unser Nachtlager bereitet haben und zu Abend essen, erscheint der Wirt mit hausgemachter Schinkenwurst, Slivovic und Likör, seine Frau holt die Pässe, er bleibt noch ein wenig und erzählt auf englisch aus Zeiten, als der Krieg sich nur wenige 100 m entfernt am Ufer der Drau abspielte Aber wir erfahren auch etwas über das heutige Leben.

 

Tkm: 388

Ü: 15 €

 

 

 

 

            

 

 

 

FünfterTag

 

 

14.6.2009 Veleskovci-Gat/HR - Sarajevo/BiH

 

Erstes Ziel ist Vukovar. Auf dem Weg, zerschossene Häuser, ein Minenräumgerät am Straßenrand wartet auf seinen nächsten Einsatz. Die Stadt befindet sich im Aufbau. Zum Teil liebevoll versucht man, der noch sichtbaren Zerstörung beizukommen. Bombastischer Aufbau neben dämmernden Ruinen. Beim Spaziergang an der Donau bedeutet uns ein älterer Herr, dass hier früher Serbien war. Zwei jüngere Männer, wahrscheinlich Kroaten, weisen ihn in die Schranken und auf die neuen Zeiten hin: Die serbische Fahne weht heute auf der anderen Seite der Donau!

 

            

 

                    

 

 

Von Kroatien aus wechseln wir nach Bosnien. In sengender Hitze kreuzen wir die Landesgrenze. Auch die Grenzer sind durch die Hitze nicht unbeeindruckt und winken uns durch.

 

 

Die vom Reiseführer versprochene Campingmöglichkeit in Gradacac stellt sich als Zeltplatz in Hanglage heraus,

nichts für unseren Bus. Es ist noch früh und wir steuern Tuzla an, ein Name, der aus Zeiten des Jugoslawienkrieges noch im Ohr ist. Schon am Eingang der Stadt begrüßt uns eine große Industrielanlage, Kühltürme (eines Kraftwerks?) wie riesige Elefantenfüße. Die Hauptstraße zieht sich lang bis ins Zentrum. Wir wissen nicht, was uns erwartet. Als wir irgendwann rechts einbiegen, stehen wir mitten in der Fußgängerzone. Wir gesellen uns zu den Flanierenden und genießen anschließend ein kühles Getränk. Gegenüber des Zentrums liegt der Pannonische See, ein Salzsee + Erlebnisbad; der Spaßfaktor scheint groß zu sein, wollte man ihn am Lärmpegel messen. Außerhalb der Stadt gibt es einen größeren See, an dessen Ufer es einen CP geben soll. Landschaftlich reizvoll, bietet er allerdings keine wirklich Übernachtungsmöglichkeit und so führt uns unsere "Elvira" schließlich nach Sarajevo. Wir schlängeln uns durch die bosnischen Mittelgebirge, links und rechts Schilder, die auf Minengefahr hinweisen, Müll, der achtlos am Straßenrand abgekippt wurde.

 

       

 

               

 

Sarajevo begrüßt uns auf seine Art: Stau, dem nur mit Gelassenheit begegnet werden kann, auch wenn damit die Möglichkeit schwindet, den CP bei Tageslicht zu erreichen. Die Hitze steckt uns in den Gliedern und mit viel Glück stoßen wir auf das schlecht ausgeschilderte Autocamp von Sarajevo.

Wir hoffen, noch etwas zu essen und ein eiskaltes Bier zu bekommen. Fehlanzeige. Eine türkische Reisegruppe hat das muslimisch geführte Restaurant in Beschlag genommen, uns bleiben für das Abendessen nur noch die Reste. Alkohol entfällt! Der Schlummertrunk kommt aus unserer Kühlbox. Bald geht

es in die Federn, gsd sind die Temperaturen in der Nacht erträglich.

 

 

Tkm: 386

Ü:  € (s. ADAC)

Essen: 16 €

 

 

 

Sechster Tag

 

 

15.06.2009 Sarajevo/BiH - Foca/BiH

 

Als wir aufwachen, hat das Leben beim "fahrenden Volk" schon begonnen, Teppichhändler, die sich die Preisabsprachen auf deutsch zurufen: "Bubi, nicht weniger als hundert", bevor sie in ihre großen Limousinen einsteigen und sich davonmachen. Die Frauen bleiben zurück und erledigen den Haushalt. Wir kommen mit unseren österreichischen Nachbarn ins Gespräch und erfahren Wesentliches aus Zeiten der KuK-Monarchie. Die beiden stürzen sich in den Moloch Sarajevo, wir wollen uns nicht von ihm vereinnahmen lassen, sondern suchen den Ort, der einen der traurigsten Eindrücke in der Geschichte des Landes hinterlassen hat.

 

Beim Tanken werden wir von einem freundlichen Mitarbeiter bedient, schnell stellt sich heraus, dass er ein wenig deutsch spricht. Er erzählt uns, dass er 300 € im Monat verdient und dass es genüge, um seine Frau und die zwei Kinder einigermaßen durchs Leben zu bringen. Er rät uns, auf unser Wechselgeld zu achten, da gelegentlich Falschgeld im Umlauf ist.

 

Nach einer kurzen Verfransung gelangen wir auf die richtige Auffahrt zur stadtauswärts führenden Hauptstraße. Natürlich auch jetzt schon wieder Stau und zwei kleine Jungs springen zwischen den stehenden Autos hin und her und halten die Hände für eine kleine Spende auf. Später sollen uns auch noch die Scheiben geputzt werden, wir lehnen dankend ab und endlich sind wir raus aus der Stadt.

 

       

 

 

Zunächst geht es Richtung Tuzla, bei Kladanj biegen wir nach Osten ab. Am Ortseingang gibt es ein Schild, welches das Vorhandensein eines CP ankündigt, wir überprüfen dies nicht, behalten es aber im Hinterkopf.

Schon wieder ist es heiß, fast 40° C, als wir kurz vor Srebrenica, in Potocari, die Gedenkstätte des Massakers vom Juli 1995 betreten.....

 

      

 

 

Es dauert eine ganze Weile, und wir sitzen bereits im Auto, bis wir wieder Worte füreinander finden...

 

 

In Srebrenica, dem Ort, parken wir unseren Wagen im Schatten größerer Häuser und wollen im Café etwas trinken. Grade gibt es kein Wasser, aber für einen Mokka reicht es noch.

 

                                           

 

Die Suche nach Erklärungen für diese unmenschlichen Taten im Gespräch mit Einwohnern, scheitert an unseren mangelnden Sprachkenntnissen. 

 

Wenige Kilometer hinter dem Ort landen wir auf rauer Schotterpiste. Rote Erde haftet noch an unseren Reifen, als wir das staubige Steinbruchgelände hinter uns lassen und wir uns wieder auf der Hauptstraße bewegen. Grobe Richtung ist Foca/Srbinje, um dort eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Als wir Gorazde passieren, sind wir erstaunt, japanische Jeeps mit deutschem BW-Kennzeichen am Straßenrand stehen zu sehen.

 

In Foca angekommen erkundigen wir uns bei Einheimischen nach einem CP. Es soll ein Rafting-Camp im  Drina-Tal bei Basisti, kurz vor der Grenze zu Montenegro, geben. Zum Glück ist das Camp gut ausgeschildert und als wir gegen 20 Uhr und einbrechender Dunkelheit dort ankommen, vermittelt uns der Kioskbesitzer einen Stellplatz für die Nacht. Im Camp findet gerade eine private Party statt. Wir haben Glück, bekommen lecker gegrillte Forellen (gegen Bezahlung), Bier und dazu selbstgemachten Grappa und Slivovic. Unterhaltung ist auch möglich, da einige Familienmitglieder, vor allem die jungen Mädchen recht gut englisch sprechen. Die Toilettenhäuschen stehen auf einem Hügel am Waldrand und unsere Kopflampen leisten uns hier gute Dienste. Wir genießen noch einen langen Blick auf den unglaublich dicht besternten Himmel – nie vorher so gesehen! Die Nacht ist kalt, beim Einschlafen bedauern wir, kein Glasdach zu haben.

 

      

 

 

Tkm: 386

Ü: 0 €

Essen: 16 €

 

 

 

Siebter Tag

  

16.06.2009 Foca/BiH – Ston/HR

 

Bei strahlendem Sonnenschein starten wir ohne Frühstück, jedoch mit zwei frisch gebackenen Brötchen vom Camp-Bäcker zum nächsten Café und genießen noch ein wenig den Blick auf die Drina.

 

                                              

 

In Brod überqueren wir die Drina und kommen wieder auf die Hauptstraße gen Süden, durchfahren die wilde Kisura Sutieska-Schlucht und sind gezwungen, vor einigen Tunneln eine Zwangspause einzulegen, da gerade Bergsicherungsarbeiten durchgeführt werden. Danach wieder ein Pass, auf den es in einspuriger, aber gut ausgebauter Straße hinaufgeht. In Avtovac biegen wir nach Westen ab, vorbei an Gacko (große Industrie), Nevesinje, Buna Vrelo, bis Mostar. Als wir uns Mostar nähern, liegt links der Straße die Ruine der Burg Sc. Epangrad.

Mostar: die grüne Neretva, die alte (neue) Brücke (Stari Most), enge Gassen, ausgefallenes Straßenpflaster, Souvenirläden und ein bunt gemischtes internationales Publikum. Im Supermarkt kaufen wir leckersten Schimmelkäse.

 

       

 

Im Tal der Neretva geht’s zur Küste, auf einen netten, kleinen CP bei Ston auf der Halbinsel Peljesac. Nachdem wir uns eingerichtet haben, nehmen wir unser erstes Bad in der Adria, angenehm erfrischend. Zum Tagesabschluss genehmigen wir uns ein dalmatinisches Menü im Restaurant.

 

       

 

Tkm: 274

Ü:  19 €

Essen: 30 €

 

 

Achter Tag

 

17.06.2009 Ston/HR – Dubrovnik – Molunat (Autocamp Monika)/HR

 

Wir besuchen Dubrovnik, die Perle der Adria. Es ist heiß!!! Der zweite Schlag trifft uns, als wir durch das Tor in die Altstadt gelangen. Menschenmassen ohne Ende! Wir biegen gleich mal nach rechts ab, wo es etwas ruhiger und schattiger ist. Auf verschlungenen Pfaden versuchen wir dem Touristenstrom zu entgehen. Spätestens an der Hafenmole ist das nicht mehr möglich. Die Bauwerke hinter den Massen sind beeindruckend, lange halten wir es jedoch nicht aus. Wir schleppen uns die „fünfhunderttausend“ Stufen an der Stadtmauer hinauf. Der Blick von oben ist atemlos und schön.

 

         

 

Unser Nachtlager schlagen wir in Molunat auf einem kleinen, in den Fels gebauten, CP auf. Nach dem Erledigen der Formalitäten „springen wir erstmal in die Fluten“, türkisfarbenes, stilles Wasser, viele Seeigel. Nach der Abkühlung Spaziergang in die Bucht und ins Zentrum des kleines Ortes. Abendessen im Strandrestaurant. Nach einigen Bieren sehen wir Neptun aus dem Wasser steigen und stellen wenig später fest, dass es der Taucher aus dem benachbarten Wohnmobil ist. Gute Nacht!

 

    

 

Tkm: 98

Ü: 15,50 €

 

 

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Übernachtungen

 

10.06 Issigau

11.06 Edling (Därr- Treffen

12.06 Leibnitz

13.06 Veleskovci Gat

14.06 Sarajevo

15.06 bei Foca

16.06 Ston

17.06 Molunat

18.06 Bushat/ Barbullush

19.06 Bushat/ Barbullush

20.06 Hudenisht

21.06 Hudenisht

22.06 Rila

23.06 Koprivschtiza

24.06 Belogradschik

25.06 Mehadia

26.06 Orastie

27.06 Orastie

28.06 Sapinta

29.06 Ust Chorna

30.06 Ust Chorna

01.07 Ust Chorna

02.07 Ust Chorna

03.07 Ust Chorna

04.07 Tarnow