Polen 2006 - Schlesien


Die Route durch Polen

    

 

Übernachtungen

 

  08. Jun          CP Karpacz

  09. Jun          CP Karpacz

  10. Jun          CP Karpacz

  11. Jun          Srebna Gora Villa

  12. Jun          bei Skidzin

  13. Jun          Chocholow

  14. Jun          Chocholow

  15. Jun          Sanok

  16. Jun          Sanok

  17. Jun          Sanok

  18. Jun          Uzhgorod

  19. Jun          Ust Chorna

  20. Jun          Ust Chorna

  21. Jun          Ust Chorna

  22. Jun          Sighetu Marmatiei

  23. Jun          Vatra Dornei

  24. Jun          Gheorgeni

  25. Jun          Campulung

  26. Jun          Pestera Muierilor

  27. Jun          Cartisoara

  28. Jun          Brad

  29. Jun          Martin SK

 

08.06.2006

Einreise nach Polen über Görlitz.

                                                                                                           Blick über die Neiße nach Zgorzelec

Die Strecke führt uns in diesem Jahr über Luban an Jelenia Gora vorbei, direkt zu "unserem" Campingplatz bei Karpacz (Krummhübel). Ein recht gepflegter Platz, noch genauso, wie wir ihn vom letzten Jahr in Erinnerung hatten. Die Anmeldung erfolgt wieder in deutsch-polnisch, nur gibt es kein Pivo zur Begrüßung. Während des Zeltaufbaus bemerken wir erste Mückenschwärme und befürchten, dass sie uns in der Nacht auffressen könnten.

 

Gegen 19.30 Uhr brechen wir nach Karpacz auf und halten beim ersten Supermarkt, um etwas fürs Frühstück einzukaufen. Ein Spaziergang durch den Ort unter einem anderen Blickwinkel, nicht Angst um Hab und Gut (Auto) befällt uns, sondern gelöst und entspannt schlendern wir durch die Straßen. "Unser" "Mini muzeum socrealismu" (siehe 2005)

hat leider geschlossen und wir entscheiden uns für das Goralen-Haus, um noch ein Bier und einen kleinen Imbiss zu uns zu nehmen. Es gibt Bigosch, eine Art Sauerkrautgulasch, lange geschmort und schön würzig. Als wir zum Zeltplatz zurückkehren sind die Mücken gottseidank verschwunden und weder Gewitter, noch innere Unruhe hält uns von einem ruhigen Schlaf ab.

Tagesstrecke: 504 km

09.06.2006

Vor dem Frühstück fahren wir nach Milkow auf der Suche nach frischen Brötchen und werden auch fündig. Mit der Sprache hapert es noch ein wenig: "Dowidzenia" (Aufwiedersehen?) anstatt " Dzien dobry" (Guten Tag) :-).

Ein Gang über den winzigen Markt, wahrscheinlich das Kaufhaus des Ortes, erinnert ein wenig an den Süden.

Beim Vorbereiten des Frühstücks - Grand Malheur - wir haben den Espresso vergessen (wir hoffen, im "Sklep" welchen kaufen zu können).

Heute wollen wir die Sniezka (Schneekoppe) endlich ganz aus der Nähe sehen! Nach einer kleinen Orientierungsfahrt durch Karpacz gelangen wir zur Talstation des Sesselliftes.

Zum ersten Mal kommen jetzt auch die Wanderschuhe zum Einsatz, denn ein längerer Fußmarsch bleibt uns nicht erspart. Vor dem Einstieg zur luftigen Sessel-Fahrt (17 min.) ziehen wir uns warm an, jetzt heißt es, alles gut festhalten, denn mit Schwung geht es aufwärts zur Bergstation der kleinen Koppe (1342 m).

Der Fußweg zum Schlesierhaus unterhalb der Schneekoppe ist mit ca. 20 min. angegeben. Er verläuft auf einer Ebene der "subalpinen Vegetationsstufe", rechts und links säumt dunkelgrünes Krüppelkieferngebüsch den Weg. Hinter dem Schlesierhaus liegt die Grenze zu Tschechien. Für den Aufstieg zum Gipfel entscheiden wir uns, den "bequemen" Jubiläumsweg zu nehmen,

aber auch der ist ziemlich steil und läßt uns aus dem vorletzten Loch pfeifen. Der Wind pustet mächtig und trotzdem läuft uns das Wasser aus allen Poren. Hier, wie schon gestern in Karpacz, sehen wir zahlreiche Schulklassen aller Altersgruppen. Im Windschatten der Koppe rasten wir, um wieder auf normale Temperatur zu kommen. Von ganz oben (1603 m) 

genießen wir dann endlich einen herrlichen Ausblick in die wunderschönen Täler auf tschechischer Seite unterhalb der Schneekoppe, unseren Campingplatz können wir nur erahnen. Oben auf der Kuppe besteht die Möglichkeit, sich mit Rübezahl fotografieren zu lassen....

Für den Abstieg wählen wir dann den steileren Weg. Dieser ist nicht ungefährlich und nach kurzer Zeit fangen uns die Knie an zu zittern. Über das Schlesierhaus geht es dann mit dem Sessellift wieder nach unten, wo wir erst einmal eine Stärkung zu uns nehmen.

Gegen Abend fahren wir nach "Zillertal- Erdmannsdorf" Die Häuser erinnern an die Zeit, als protestantische Tiroler wegen ihres Glaubens hierher vertrieben wurden.

In einer ehemaligen Leinenfabrik ist heute ein Industrieabverkauf eingerichtet, was dort verkauft wird, bringen wir allerdings nicht in Erfahrung.

Nun geht es nach Hirschberg, ein netter Marktplatz mit Arkaden, an den sich eine weitläufige Fußgängerzone anschließt.

Die Temperaturen liegen noch über 20° C, wir fühlen uns in den Süden versetzt, die Menschen sitzen in den Straßencafés und verfolgen die Fußball-WM an den zahlreichen Fernsehbildschirmen.

Vor dem Zelt dann später geniessen wir noch einige Biere und sinken müde in unsere Schlafsäcke.

Tagesstrecke: 66 km

10.06.2006

Die Devise heute: Auf nach Tschechien! Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Grenze. Über Kowary ( Bad Schmiedeberg), hier machen wir den ersten Halt, geht es weiter nach Lubawka (Liebau). Im letzten Jahr hatten wir schon mal einen Stopp in Kowary eingelegt und hatten diesen Ort als ziemlich heruntergekommen in Erinnerung, doch jetzt, als wir durch das Zentrum flanieren, sind wir angenehm überrascht.

Bei Kralovec gelangen wir dann nach CZ. An der Grenze tauschen wir 10 € gegen 270 tschechische Kronen. Bei Czerna Voda (Schwarzwasser) ein ehemaliges Bergwerk, eine Riesenhalde. Was dort abgebaut wurde?

Jetzt geht es nach Pec (Petz), der Startpunkt, um mit der Seilbahn direkt auf die Schneekoppe zu gelangen. Kaffeetrinken und Kuchenessen für 250 Kronen, und wir müssen nochmal tauschen, hier gibt es nur 230 Kronen für 10 € :-(.

Die Einfahrt in das schöne Tal bleibt uns verwehrt,

wir hatten es von der Schneekoppe aus gesehen. Überall stehen Schilder, die die Einfahrt verbieten, nur die Zufahrt zu einer riesigen Betonbettenburg ist erlaubt. Also weiter nach Spindleruv Mlyn (Spindler Mühle). Auf schon mal gefahrenen Straßen bis Vrchlabi (Hohenelbe). Als wir nach Spindleruv Mlyn abbiegen, können wir die herrliche Aussicht über Vrchlabi geniessen.

Im romantischen Elbetal (Labe) gelangen wir an die Elbetalsperre, die von 1910-1916 von Österreichern gebaut wurde.

Kurz vor Spindleruv Mlyn suggeriert eine elektronische Leittafel die Möglichkeit, den Spindlerpass nach Polen zu überqueren, doch es gibt nur die Auffahrt bis zur Spindlerbaude durch das Naturschutzgebiet, die 300 Kronen kosten soll. Wir drehen um, zurück nach Vrchlabi und über Jilmenice führt der Weg zur CZ-PL Grenze bei Harrachov durchs wilde Tal der Iser bis zum Grenzpass. Zurück in Polen landen wir im malerisch gelegenen Sklarska Poreba (Schreiberhau), touristisch voll erschlossen, mit polnischem Esprit. Vieles erinnert an die deutsche Vergangenheit. Am Gerharta-Hauptmanna-Dom in Jagniatkow (Agnetendorf) halten wir, können aber nicht mehr hineingehen, da es schon geschlossen ist.

Über Piechowice (Petersdorf) und Cuplice Slaskie Zdroj (Bad Warmbrunn) fahren wir Richtung Karpacz. Unterwegs halten wir an einem Smazalnia Ryb Restaurant, der Kellner spricht sehr gut deutsch und erzählt uns, dass Polen das erste WM-Spiel verloren hat. Die gebratene Forelle aus eigener Zucht ist lecker. Pappsatt brechen wir auf und nach CZ-Bier vor dem Zelt wickeln wir uns müde in unsere Schlafsäcke....

Tagesstrecke: 221 km

11.06.2006

Vor der Abfahrt vom Campingplatz ergibt sich noch ein kleiner Schnack mit den Nachbarn, sie kommen aus Weimar und sind Rentner. Mit ihrem fast neuen VW-Bus sind sie für einen Kurztrip auf die Schneekoppe hierhergekommen. Sie berichten einige Episoden aus der Vorwendezeit über Reisen in die Ukraine und nach Rumänien. Für uns natürlich sehr interessant, obwohl sich seit damals sicher vieles verändert hat.

Swidnica (Schweidnitz) ist heute unser erstes Ziel. Bei der Fahrt über Strzegom (Striegau) erkennen wir aus der Ferne Steinbrüche und zweigen vom Weg ab. Wir sehen uns einen dieser Granitsteinbrüche aus der Nähe an. Beeindruckend der Blick in die Tiefe, wo der Granit in riesigen Blöcken herausgeschnitten wird.

Nicht weit entfernt liegt das ehemalige Konzentrationslager Gross-Rosen.

Innerhalb des Lagergeländes befand sich ebenfalls ein Granitsteinbruch, dort mussten die Lagerinsassen unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Die Überlebensdauer betrug im Durchschnitt 5 Wochen.

In Swidnica - wir parken vor dem Knast ohne es zu bemerken - machen wir einen Rundgang durch die Stadt.

Am Rynek (Marktplatz) vorbei, gelangen wir zu einer Kirche in der gerade Gottesdienst abgehalten wird. Die Menschen kommen und gehen nach Belieben und auch draussen kann man dem Gottesdienst über Lautsprecher folgen.

Weiter geht die Fahrt durchs Eulengebirge, immer wieder drängt sich der Vergleich zu Landschaften in Österreich oder Bayern (Allgäu) auf. Nur ist hier (noch nicht) alles so fest in touristischer Hand. Gegen Abend erreichen wir Srebna Gora (Silberberg), leider findet in dem empfohlenen Hotel eine Hochzeit statt und es ist leider kein Zimmer mehr frei. Der Wirt, der gut deutsch spricht, vermittelt uns ein Zimmer im Ort in einer alten Villa, die von Frau "Doktor" geführt wird.

Tagesstrecke: 187 km

12.06.2006

Wir starten nach Budzow (Schönwalde), wo wir in diesem Jahr endlich das richtige Elternhaus meiner Mutter finden.

Ein Spaziergang durch das Dorf und einige Fotos später 
landen wir auf dem Friedhof, wenige deutsche Namen stehen auf den Grabsteinen und auffallend sind die vielen Kindergräber zwischen 1957 und 1963.

Ein älterer Herr erzählt uns etwas auf polnisch, wovon wir jedoch nur den Namen Alfons Fuhrmann und Haus verstehen. Wir gehen wieder ins Dorf .

Vor der Kirche treffen wir noch eine junge Frau, die uns den Weg zum Pfarrer zeigt, wo der Kirchenschlüssel zu bekommen wäre, wir verzichten jedoch auf die Besichtigung.

In Paczkow (Patschkau) legen wir eine Pause ein und genehmigen uns erstmal ein kühles Bier auf dem Rynek. Es ist ziemlich heiß!!

Unser anschließender Spaziergang führt an der Stadtmauer,

an den Stadttoren (Breslauer, Glatzer, Frankensteiner)

und am Scharfrichterhaus vorbei zur Wehrkirche, in der sich ein Brunnen befindet.

 

Die nächste Pause legen wir am Ottmachauer (Otmuchov) Stausee ein, um die weitere Route zu besprechen. Wir überlegen uns, dass wir gern wieder in der Agroturystika-Pension in Skidzin übernachten würden. Auf dem Weg dorthin streifen wir das oberschlesische Industrierevier und gelangen nach Brzeszcze, einem Ort, mit einem kleinen, noch in Betrieb befindlichen Steinkohlebergwerk.

 

Bergarbeitersiedlung Brzeszcze

 

Förderanlage Brzeszcze

Als wir in Skidzin ankommen, ist die Pension leider ausgebucht, aber wir werden von der Pensionswirtin zu einer "Monteurspension" vermittelt. Da es schon spät ist, nehmen wir das Angebot an und nach ein paar Bierchen wirkt das Zimmer recht gepflegt.

Tagesstrecke: 300 km

13.06.2006

Am nächsten Morgen werden wir durch die unterschiedlichsten Geräusche aus dem Bad geweckt. So machen wir uns früh auf den Weg in die Hohe Tatra.

 

Polen 2006 - Hohe Tatra


13.06.2006

Beim Verlassen des Hauses steht der Wäschemann vor der Tür, der uns in bestem Deutsch noch ein paar Tipps gibt, wie wir am schnellsten nach Zakopane kommen. Er empfiehlt uns den Weg über Wadowice, der Geburtsstadt von Karol Wojtila. Als wir in der Stadt ankommen, herrscht noch Trubel ohne Ende, denn der jetzige Papst hat Polen kurz zuvor einen Besuch abgestattet und dabei auch in diesem Ort Station gemacht.

In der Nähe der Kirche finden wir ein Café, in dem wir frühstücken können und nach einer Weile, in der wir das Treiben um uns herum beobachten, brechen wir auf in Richtung Babio Gorski-Gebirge.

Vor Sucha Beskidzka macht sich ein weites Tal auf, in dem jetzt ein Stausee entsteht, Hochwasserschutz von Skawa und Skawica.

 

Wir biegen dann von der Bundesstraße 28 ab und der Weg führt weiter nach Zawoja, ein wunderschönes Tal (Skilaufen im Winter), dahinter der Babia Gora (1725 m).

Unterhalb des kleinen Babia Gora liegt ein kleines Skansen (Freilichtmuseum) 

und je weiter wir in das Tal vorstoßen, desto mehr wird die ganze Gegend zum Museum unter freiem Himmel.

 

Nachdem wir den Krowiarki-Pass (986 m) überquert haben und uns talabwärts bewegen, wird der Blick auf die Hohe Tatra frei.

 

Die Gipfel schneebedeckt, über 2600 m hoch.

Wir wollen auch hier versuchen, unsere Unterkunft vom letzten Jahr in Chocholow zu bekommen. Leider ist diese ebenfalls belegt, aber nach einigem Suchen finden wir eine nette Ferienwohnung mit herrlichem Ausblick auf die Berge

Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, wollen wir Zakopane, das ca. 20 km entfernt liegt, einen Besuch abstatten. Am Eingang des Ortes liegt eine große Kirche, um 19 Uhr herrscht noch reger Besucherandrang. Auch viele junge Leute kehren zu einer kurzen Andacht ein. Am Seiteneingang entdecken wir einen Jungen in der typischen Tracht der Goralen.

 

In der Fußgängerzone von Zakopane herrscht Treiben wie auf dem Jahrmarkt.

 

Wir spazieren die 2 km lange Straße einmal hinauf und wieder hinunter, dann reicht es uns, noch schnell ein wenig Proviant einkaufen (die Geschäfte haben sehr lange geöffnet) und dann heimwärts. Wir sitzen noch eine Weile auf dem Balkon und schreiben an unserem Tagebuch. Doch die Dunkelheit bricht langsam herein und auch die Temperatur sinkt auf 10° C, sodass wir uns nach drinnen verziehen.

 

Hausberg von Zakopane (Giewont, der schlafende Ritter)

Tagesstrecke: 162 km

14.06.2006

Nach einem üppigen, selbstgemachten Frühstück ist unser Ziel heute die Hohe Tatra in der Slowakei.

 Windbruch in der slowakischen Hohen Tatra

In Lomnitz angekommen sehen wir zum Teil kahle Hänge. Von einem deutschen Ehepaar erfahren wir, dass 2004 ein mächtiger Sturm eine breite Schneise durch dieses Gebiet gezogen hat. Teilweise mutet die Umgebung gespenstisch an.

Wir fahren zuerst mit einer Kabinenbahn bis zur Mittelstation (1700 m) der Lomnitzer Spitze (2634 m). Von hier aus ist das ganze Ausmaß der Naturgewalt erkennbar.

                                                             Links: Ladovy Stit                                                           Rechts: Lomnicky Stit

 

An der Mittelstation Umstieg in eine Seilbahn

Von der Bergstation hat man einen hervorragenden Panoramablick bis zur Niederen Tatra. Unter uns liegt die Mittelstation, daneben ein Mini-Stausee mit einigen Lehrtafeln zur Flora und Fauna, den wir beim Zwischenstopp während der Abfahrt umrunden.

Blick von der Bergstation

Hier oben auf der Spitze gibt es nur eine Plattform, es liegt noch reichlich Schnee und nach kurzer Zeit hüllen uns die Wolken ein. Der Aufenthalt ist auf 30 min. beschränkt. Im Fahrpreis (550 SK) inbegriffen ist eine mehrsprachige DVD über den Bau der Seilbahn.

Bergstation

Wieder im Tal führt unser Weg nach Poprad (Deutschendorf). Es scheint eine relativ unschöne Stadt mit vielen "Arbeiterschließfächern" zu sein. Kurz bevor wir weiterfahren wollen, entdecken wir auf einer Anhöhe eine Kirche, für die sich vielleicht ein Umweg lohnt. Und tatsächlich kommen wir in einen malerischen Vorort von Poprad, Spissky Sobota, mit hübsch restaurierten Häusern aus dem 18. Jh.. Die Jahreszahl des Baujahres ist gleichzeitig die Hausnummer, das älteste Haus ist von 1726.

Marktplatz von Spissky Sobota

 

 Gasse zum Friedhof

Da uns mittlerweile der Hunger überkommt, kehren wir hier in einem der Gasthäuser, in dem auch eine Gruppe von österreichischen Monteuren abgestiegen ist, ein. Sie genießen am Nachbartisch ihr Feierabendbier, während wir nach einem "Waldteller" und Liptauer Käsetaschen (einem slowakischen Nationalgericht) und zwei großen Bieren gut gesättigt sind.

Über Kezmarok (Käsmark) fahren wir nach Chocholow zurück.

Tagesstrecke: 220 km

15.06.2006 - Fronleichnam

Es ist Fronleichnam und beim Verlassen des Dorfes sehen wir geschmückte Häuser, vor einigen stehen kleine Altäre.

Die Dorfstraße ist für die Prozession, die gerade aus der Kirche kommt gesperrt und so haben wir Gelegenheit, noch ein paar Bilder zu machen. Junge Mädchen in festlicher Tracht tragen die Heiligenbilder.

Als Schutz gegen die Sonne trage ich einen Hut und beim Passieren der Männergruppe werde ich mit einer Handbewegung unmißverständlich darauf hingewiesen, diesen abzunehmen.

 

Über Nowy Targ, an einem Ort namens Waksmund (typisch polnisch!) vorbei, gelangen wir nach Debno, wo eine der ältesten Holzkirchen Polens steht (15. Jh.).

 

Auch hier findet gerade die Fronleichnamsprozession statt,

die Kirche ist währenddessen geschlossen, sodaß uns ein Blick ins Innere der Kirche verwehrt bleibt.

 

Weiter gehts, die Sonne brennt ordentlich. Wir passieren den Jezioro (See) Czorsztynskie und das Pieniny-Gebirge rechts liegen. Bei Kroscienko treffen wir wieder auf den Dunajec, in seinem Tal entlang kommen wir nach Stary Sacz, wo wir eine Kaffeepause einlegen. Auf dem Balkon des Cafés am Markt sitzend, genießen wir unseren Latte macchiato mit Apple Pie bei Smooth Jazz. Wir folgen dem Dunajec bis wir in Biecz den Tank von einem Wart füllen lassen müssen. Kurz vor Jaslo fahren wir an die Ropa, an der die Spuren des Hochwassers noch deutlich abzulesen sind.


Als wir Krosno erreichen, dessen Marktplatz als einer der schönsten Polens beschrieben wird, legen wir eine weitere Pause ein. Schöne Bürgerhäuser mit Laubengängen, auf dem Platz geben sich die Leute bei Eis, Kaffee oder kühlen Getränken der Feiertagsstimmung hin.

Unser Tagesziel ist heute Sanok, am Rande des Bieszczady, ein Naturschutzgebiet im südöstlichsten Zipfel Polens.

Polen 2006 - Waldkarpaten


15.06.2006

Am späten Nachmittag erreichen wir Sanok. Etwas außerhalb in Richtung Osten, direkt an der Hauptstraße, finden wir eine gemütliche Agroturystika-Unterkunft. Eine freundliche Dame, die leider nur polnisch spricht, öffnet die Tür. Im Garten steht ein Ferienhaus, in dem schon ein junges polnisches Paar aus Krakau wohnt. Sie sprechen deutsch und englisch und dolmetschen für uns. Am Abend sitzen wir gemeinsam im Garten und unterhalten uns über die unterschiedlichsten Dinge. Es ist eine laue Mittsommernacht, nur die Moskitos stören.

Tagesstrecke: 265 km

16.06.2006

Fahrt in die Stadt Sanok, das Auto auf einem bewachten Parkplatz, ein Spaziergang zum Ufer des San und Besichtigung der orthodoxen Kirche. In der Buchhandlung der Fussgängerzone versuchen wir, eine Karte der Ukraine zu finden, leider erfolglos. Wir entschließen uns zum Besuch des Freilichtmuseums von Sanok, es ist das drittgrößte Europas, nach Kiew und Budapest. Nach einem Palaver in deutsch-englisch-polnisch bekommen wir eine Museumsführerin, die englisch spricht.

  

                                                                                   C.                             Frau W.

Nun stehen zwei Stunden Fussmarsch in zügigem Tempo unter glühender Sonne an.

Ikonostasen

Leichenhaus mit Grabstelen

Das "Zentrum"

Haus einer Witwe

Wir besichtigen Wohnhäuser und Kirchen (meist griechisch-katholisch) der früheren Bewohner dieser Region, zumeist Bojken und Lemken (vom Mittelalter bis zur Aktion "Weichsel").

Die nächste Station ist Lesko, dort befindet sich eine Synagoge, die heute einheimischen Künstlern als Ausstellungsraum dient. Angeschlossen ist ein jüdischer Friedhof, der Zeugnis von vier Jahrhunderten jüdischer Besiedlung ablegt.

Letztes Ziel des Tages ist der Solina-Staudamm, 82 m hoch und 600 m lang, der die Flüsse San und Solinka bändigt. Durch den Touristentrubel hindurch kämpfen wir uns zum Staudamm und schlendern in der Abendsonne über die Dammkrone.

Zum Abendessen, Borschtsch auf polnisch, sind wir wieder in Sanok.

Tagesstrecke: 45 km

17.06.2006

Heute geht es in das Bieszczady. Hinter dem vom letzten Jahr noch gut in Erinnerung gebliebenen Ustrzyki Dolne, biegen wir auf die B.-Ringstrasse ab und fahren Richtung Ustrzyki Gorne.

die moderne Kirche von Ustrzyki Dolne

bei Hozow: eine der zahlreichen Holzkirchen Polens

In Czarna Kopalnia wird auf dem Museumsgelände noch mittels einer kleinen Pferdekopfpumpe Erdöl gefördert.

Über den Bergen türmen sich die Wolken auf und in der Ferne ist schon Donnergrollen zu vernehmen.


Kurz vor Lutowiska genießen wir einen Superausblick über das Biesczszady.

Hinter Smolnik zweigen wir auf eine Nebenstraße im Wald nach Tarnawa Nizna ab, um evtl. einen Blick über die Grenze zur Ukraine werfen zu können. Auf Weg liegen zwei Kohlenmeiler,

wo wir einem Köhler bei der Arbeit zusehen können.

Oben müssen wir umdrehen, da ein Bagger die Straße versperrt. Die nächste Abzweigung zur ukrainischen Grenze führt nach Wolosate, noch schlimmer die Straße und der immer heftiger werdende Regen trägt auch nicht grade zum Fahrvergnügen bei.

Eine Gruppe von Huzulenpferden hat sich neben der Straße dicht zusammengestellt, um den Regenguss abzuwarten.

Binnen Minuten verwandelte sich das kleine Flüsschen Wolosatka in einen gewaltigen Sturzbach.

Nach einer halben Stunde hat sich das Gewitter verzogen und wir erreichen das Gebiet rund um die Polonina Wetlinska (Wetlina-Matte). Typisch für diese Region sind die unbewaldeten Bergkuppen.

Zwischen Przyslup und Majdan verkehrt eine Waldschmalspurbahn, die früher zum Transport von Waldarbeitern diente, heute eine Touristenattraktion, die allerdings nur vormittags in Betrieb ist.

Wir halten hier und schauen uns das kleine Freilichtmuseum der Schmalspurbahn an.

Um den Rückweg nach Sanok abzukürzen, fahren wir ein paar Kilometer zurück und nehmen eine scheinbar neue Straße Richtung Solina-Stausee. Die ersten vier Kilometer, mit Mitteln der EU gebaut, sind in bestem Zustand, allerdings erwarten uns dann zehn Kilometer Buckelpiste der übelsten Art, die nur im Schritttempo zu bewältigen ist.

Im Quartier angekommen, bereiten wir unser Abendessen und machen uns Gedanken über den folgenden Tag, da soll es in die Ukraine gehen. Wir waren aufgeregter als bisher. Was würde uns dort erwarten?

Tagesstrecke: 150 km

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