In Flanders fields, oder wie man über zwei Weltkriege mehr erfahren kann   TEIL 1

Mittwoch, 17.09.14

Nach der Arbeit geht es los, diesmal in Richtung Nordwest. Autobahn, soweit es geht. Gegen 19 Uhr kommen wir am hauseigenen Stellplatz der Firma Sawiko in Neuenkirchen-Vöhrden an. Ein wenig Suche erfordert es schon, aber dann…Wir sind nicht die einzigen, ein Mobil steht schon, ein Riesen-Womo aus Belgien gesellt sich später noch zu uns. Stellt sich die Frage: Warum sind wir hier? Wir hatten bei unseren Frankreichurlaub im letzten Jahr ein Fahrradträgersystem gesehen, was unserer Vorstellung von bequemem Handling entspricht.

Tkm: 260

Ü:      --

Feld bei Sawiko

Donnerstag, 18.09.2014

Heute Morgen stehen wir pünktlich vor der Werkstatt und die Montagearbeiten können beginnen. Schon nach kurzer Zeit, wir wollen gerade zu einer Fahrradtour in die nähere Umgebung aufbrechen, eröffnet uns der Monteur, dass der Anbau des Trägersystem allein nicht ausreichend ist, die hinteren Federn sind am Ende ihrer Leistungsfähigkeit und bedürfen einer Verstärkung. Also wird zusätzlich noch ein Luftfedersystem eingebaut. Das Zubehör ist vorrätig, es dauert nur länger, kostet mehr und bedarf einer TÜV-Abnahme…

Dadurch, dass wir jetzt wohl erst später von hier loskommen werden, informieren wir unsere Freunde und starten dann unsere Radtour. Auf geht´s nach Neuenkirchen-Vöhrden und den ersten Halt legen wir bei der Bäckerei ein. Stärkung mit Kaffe und belegtem Brötchen. Weiter fahren wir zum Geopark Osnabrück, wo an kleinen anschaulichen Beispielen extensive und intensive Landwirtschaft gegenübergestellt wird. Wir kommen zum Alfsee, an dem zwei Wasserskianlagen bei schönem Wetter für Unterhaltung sorgen, heute herrscht allerdings Ruhe.

Geopark bei Osnabrück
Kirche in Neuenkirchen Vöhrden
Beim Bäcker
Mühle bei N-V

Gegen 15.30 Uhr, so wie vom Monteur vorausgesagt, und 35 Fahrradkilometer in den Beinen kehren wir zur Werkstatt zurück. Unser Wagen ist fertig, es erfolgt noch eine Einweisung und die Begleichung der Rechnung.

Jetzt nur den alten Träger ins Auto, die Fahrräder auf dem neuen Träger verstauen und gegen 17.00 Uhr sind wir auf dem Highway in Richtung Dortmund, wo wir gegen 18.30 Uhr in Waltrop bei unseren Freunden eintreffen.



Tkm: 150

Ü:      --

Freitag, 19.09.2014

Nach einem gemütlichen Frühstück im Kreis der kleinen Familie, satteln wir unsere Fahrräder uns starten zur Sightseeingtour durch Waltrop. Zunächst durch das Zentrum zur ehemaligen Zeche Waltrop, besteigen den Spurwerkturm, von dem man eine herrliche Aussicht in die nähere Umgebung hat. Auf dem ehemaligen Zechengelände befindet sich heute eine Niederlassung der Firma “Manufactum“ der wir auch einen Besuch abstatten müssen und im angrenzenden Restaurant nehmen wir noch einen sehr guten Cappucino. Auf der Rückfahrt zu unseren Freunden, trennen sich für einige Zeit unsere Wege. Während Chrissi noch ein paar Besorgungen für das gemeinsame Abendessen macht, fahre ich noch mal zum Schleusenpark, sehe mir die unterschiedlichen Modelle der Schleusen- und Schiffshebetechnik an.

Nachdem wir mit der jungen Familie noch am Spielplatz waren und die Kiddys später im Bett sind, sitzen wir bei einem lauen Lüftchen noch lange auf der Terrasse und erzählen…

Spurwerkturm

Tkm: 20/30 per Fahrrad

Ü:      --

Samstag, 20.09.2014

Schiffshebewerk 1
Ehemalige Schleusenanlage
Schiffshebewerk 2
Kempen/Niederrhein
Thomas von Kempen
Kempen/Niederrhein

Frühstück mit Family, Abschied (war sehr schön bei euch, bis bald!!!)und bald sind wir wieder on Tour. Auf dem Weg zur belgischen Grenze, machen wir Halt in Kempen(nicht Kempten!). Beim Rundgang durch das nette Städtchen gelangen wir zum historischen Ortskern, es herrscht ein reges Treiben und nachdem wir unser Käffchen hatten, geht es zur „Grenze“ nach Belgien. Wir besuchen die Stadt Tongeren, gemäß Reiseführer eine der ältesten Siedlungen in ganz Belgien. Einen Parkplatz gibt es nur noch in der Nähe des Bahnhofes, denn in der Stadt ist vor jedem Geschäft in der Fußgängerzone ein Verkaufsstand aufgebaut, eben Volksfest. Der Grund dafür erschließt sich uns nicht gleich… Wir nehmen noch ein wenig am bunten Treiben teil, statten der Kirche noch einen Besuch ab und begeben uns zu unserer EMMA zurück. Ein paar Kilometer müssen wir noch fahren bis wir auf dem CP bei Zonhoven einlaufen. Nachdem wir uns aufgestellt haben, drehen wir zu Fuß noch eine Runde über den Platz und kehren an der Rezeption auf ein Bierchen und einen TK- Burger ein…

Gevogelte Kaas

Tkm: 260

Ü:       16 Euro

Sonntag, 21.09.2014

Fachwerk in Tongeren
 Tongeren mit Basilika und Ambiorix
Einfahrt zum CP Zonhoven

Gestern Abend war es noch trocken, jetzt regnet es leicht, aber beständig. An unserem Wagen kommt ein holländisches Pärchen vorbei, die dasselbe Womo wie wir haben. Man kommt ins Gespräch, Erfahrungen werden ausgetauscht und man geht anschließend seiner Wege. Wir starten nach obligatorischem Frühstück und fahren in das Städtchen Zonhoven.

Doch wegen des Wetters halten wir nicht an, sondern fahren auf direktem Wege ins benachbarte Leuven.

Einen Parkplatz zu finden ist manchmal gar nicht so einfach, doch wir haben Glück und nicht weit vom Zentrum entfernt neben der alten „Interbrew“ stellen wir unsre EMMA ab. Von dort sind es nur wenige 100 m bis wir zum Rathaus gelangen. Wir kommen am Kleinen Beginenhof vorbei. So langsam klart auch das Wetter auf, der Regen hatte schon beim Start unseres Spaziergangs aufgehört und jetzt kommt sogar die Sonne heraus. Am  großen Markt, der mit eindrucksvollen Häusern bestanden ist, angekommen, sind noch die Reste der Samstagnacht-Party zu beseitigen. Schließlich landen wir auf dem Rummelplatz vor der Universität von Leuven und bekommen unsere erste Portion „Pommes“. So ganz überzeugen uns die hier nicht, aber…


Rathaus von Zonhoven
Leuven
Rathaus Leuven
Unibilbliothek
Markt in Zonhoven
Sint Piter
Rathaus
Auf der Strasse nach Leuven
Volksbank Leuven
Stella neu
Stella Artois alt
Markt Leuven
Markt
Unibibliothek

Genug gesehen und weitergefahren. Nächster Stopp in Brügge. Es sind keine großen Entfernungen zurückzulegen. In Brügge angekommen, suchen wir den beschriebenen Stellplatz auf, können uns allerdings nicht anfreunden und entschließen uns, ins 10 Kilometer entfernte Jabbecke zu fahren. Hier gibt es eine CP an einem kleinen See, das ganze liegt zwar unweit der Autobahn. Doch aufgrund der günstigen Windrichtung bleiben wir vom Lärm verschont.

Auch dieses kleine Städtchen will auf einem Spaziergang ergründet werden und so gehen wir in den Ort, sind beeindruckt von der Größe der hiesigen Kirche. Wir bestaunen den „Broodautomaat“, beobachten wie innerhalb kurzer Zeit einige sich ein „Brot ziehen“ und nehmen zum Schluss selbst noch eins mit.

Jetzt aber husch ins Körbchen, denn am nächsten Tag wollen wir mit den Rädern ins benachbarte Brügge

CP Jabbecke

Tkm: 210

Ü:       18 Euro

Montag, 22.09.2014

Jetzt müssten sich nur noch die Räder allein rauf und runter von allein bewegen
Jabbecke
Smedenport
Kirche in Jabbecke
Modern Art
St. Salvator

Sind jetzt mit dem Fahrrad auf ein wenig Schleichwegen bis zum ersten Hinweisschild in Richtung Brügge unterwegs. Uns gefallen die Villen, die an der Einfallstrasse nach Brügge sich aufreihen, die Häuser zum größten Teil sehr gepflegt, nur die Lage…

Durch das „Smedentor“ gelangen wir in die Altstadt, passieren das Concertgebouw und gelangen zur St. Salvator Kathedrale. Unweit davon befinden sich Bischofspalais und Onze-Liewe-Vrouwekerk. Kreuz und quer geht es durch die Stadt, kommen mal an den Rand mit Stadtmauer und Türmen und sind dann in der „Stadt“ in der Stadt, dem Beginenhof/Wijngaarden, der heute von Benediktinerinnen bewohnt ist. Hier herrscht Ruhe im Gegensatz zum geschäftigen Treiben der „Außenstadt“

St. Jans Hospital
Eingang zum Beginenhof
Heilig Blut Basilika
Liebfrauenkirche
Belfiried
Minnewater
Rosenhoedkaai
Unser lecker Bäcker

In der Smedenstraat kaufen wir Brot, süsse Brötjes und Kaffee bei Sebastièn, dem „Baker artisan“, hier ist die Backstube auch Verkaufsraum.


Auf dem Rückweg stoppen wir noch mal für einen Cappucino, der ausnehmend reichlich mit Beilagen serviert wird. – In Jabbeke kaufen wir im OKAY-Markt noch ein paar Leckereien. Die Auswahl ist gut und wie wir dem Reiseführer entnommen haben, sind die Belgier ein „gaumenfreudiges“ Völkchen.


Tkm:    35 mit den Fahrrädern

Ü:        16 €

Dienstag, 23.09.2014


Heute nehmen wir Kurs auf die Küste. Die erste Durchfahrt haben wir in Oostende, ein mondänes Seebad, sehr groß, mit Casino und ewig langer Strandpromenade. Wie schon im Reiseführer zu lesen war, scheint die ganze Küste (65 km) eine einzige Promenade zu sein. Wir wollen ein Stück mit der „Kusttram“ fahren und halten in Middelkerke am Ortseingang. Um 12.08 Uhr fährt die nächste Bahn in Richtung De Panne, Kostenpunkt: 6 €. Über Nieuwpoort erreichen wir nach knapp 1 h De Panne, wo wir ein wenig am Strand und der Promenade entlangspazieren, ein Eis essen. Bald treten wir den Rückweg an. Die Bahn fährt häufig auf der Rückseite der Strandhochhäuser entlang, dazwischen stehen auch schöne Villen. – Das „Geschnattere“ in der gut gefüllten Bahn ist ganz schon nervig. In Middelkerke angekommen, schnappen wir noch ein wenig frische Luft – auch hier viel Promenade – und laufen das letzte Stück zum Auto.


Einfahrt nach Oostende
Auf der Küstenstrasse
Strandpromenade
Nieuwpoort
Kusttram
Blick auf den Bahnhof
Strand "zugebaut"
Dorfplatz Kemmel
Kunst am Strand
"Muschi only"
Albert Monument Nieuwpoort

Bei der Weiterfahrt kommen wir noch einmal durch Nieuwpoort und stellen fest, dass dieser Ort eine ausnehmend hübsche Altstadt besitzt!


Der CP in Ieper ist voll und wir müssen nach Kemmel/Heuvelland ausweichen. Netter Platz, schöne Lage am Ortsrand – nur die Sanitäranlagen sind nicht ganz so … Es gibt noch wenig Konfusion bezüglich der Platzbelegung mit 2 Womos aus GB, aber schnell ist alles geregelt, nur der Platzwart muss noch informiert werden.


Beim Rundgang durch den Ort, lernen wir José den Schlachter kennen, der uns natürlich seine Spezialitäten empfiehlt.


Der Kemmelberg war im 1. WK stark umkämpft, wie wir den Hinweisen zur Geschichte entnehmen können.


Auch hier wieder interessant gestaltete Wohnhäuser.


Zurück auf dem Platz unterhalten wir uns mit einem älteren Ehepaar aus Vladslo (früher mal durch die Armee in Kassel stationiert), die uns einiges über die Flamen und Wallonen, die niederländische Sprache und über Sehenswertes in der Region erzählen.


Per Email reservieren wir für morgen einen Platz (a motorhome pitch) auf dem zentrumsnahmen CP in Ieper(Ypern)Sollte man hier stets machen, da der Platz sehr gut besucht wird.


Tkm:107

Ü:22 €


Mittwoch, 24.09.2014


Als wir gegen 11 Uhr starten, fängt es an zu regnen. Wir fahren auf der Straße der Erinnerung (poppies) und zuletzt nähern wir uns auf ganz schmalen Straßen von der Rückseite dem „Hill 62“. ZUm Glück ist esnun wieder trocken und im Sonnenschein wandern wir los, zu einem der zahlreichen Friedhöfe (hier: kanadisch), dann ins Grabenmuseum (privat), 8 € Eintritt. Es gibt zahlreiche „Kuckomaten“ (Stereoskope), Bilder, Relikte und eine Grabenanlage mit Tunnel, die man durchlaufen kann.

Der Kaffee im Café ist speziell (s. Foto), aber es gibt reichlich Kekse dazu.




Strasse der Erinnerung
Außenanlage
Auf kleinen STrassen zum "Hill 62"
Im Hill Museum
Ehrenmal am "Hill 62"
"Stereoskope"
Einfahrt nach Ypern
Ypern Tuchhallen
St. Jakobs Kirche

Von den kleinen und verschmutzten Strassen ist unsere EMMA reichlich dreckig geworden und es wird Zeit für eine Autowäsche, nach langem Suchen finden wir endlich ein Car-wash, allerdings nur per Hand – für 25 €.


Gegen 15 Uhr installieren wir uns auf unserem Stellplatz und bald begeben wir uns ins Zentrum, welches wir schon nach 10 min. Fußweg erreichen. Ein Besuch im neuen „IFFM“ (In Flanders Fields Museum) ist unumgänglich und wir sind wirklich sehr beeindruckt (interaktiv und mit modernster Technik)!


Noch ein kleiner Imbiss und dann geht’s auch schon zur Menenpoort, wo allabendlich um 20 Uhr der englische Zapfenstreich „Last Post“ erklingt und der Toten gedacht wird (50.000 Namen sind hier eingraviert).



Eingang
Person aus dem Film im Museum
Abendsonne
Sint Bertinuskerk in Poperinge
Poperinge
Meenenport
Hopfen für  hervoragendes belgische Biere
Bei der allabendlichen Zeremonie
Wir verlassen Belgien

Tkm:40

Ü:12 €





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